IVZ vom 17.05.2026 von Andreas Winnemöller
Wenn der Hauptmann zum König wird

Flankiert von den Offiziellen des Vereins und von den Vorgängermajestäten stellten sich die Königspaare zum Foto auf (vorne zwischen den Fahnen v.l.): Felix Haasken, Mieke Schulte, Ida Winnemöller, Jan Kollenberg, Silvia und Stefan Roß. | Foto: Andreas Winnemöller
Während in den Nachbarorten Regen fiel, blieb Dreierwalde beim Schützenfest trocken. So konnten Umzug, Königsschießen und Festzeltparty ohne Unterbrechung stattfinden – ein Glücksfall für das dreitägige Dorffest.
Das Dreierwalder Schützenfest hat ganz sicher viele Geschichten zu erzählen. Zwei davon sind zum Beispiel, dass es mit Franziska Heeke zum ersten Mal eine Blumenkönigin gibt, und dass mit dem Hauptmann, Stefan Roß, eines der bekanntesten Gesichter des Vereins den Vogel von der Stange holte und sich so zum König bei den Altbürgern machte. Die Neuerungen und kleinen Änderungen des Festablaufs stellten sich an drei Tagen als goldrichtig heraus. Die Beteiligung am Schützenfest war einmal mehr herausragend gut und das ganze Dorf befand sich gefühlt drei Tage im Ausnahmezustand.
Schon am Mittwochabend ging es mit dem neu an- und ausgelegten „Schützenfest-Opening“ im Festzelt los. Hier waren zunächst insbesondere die Frauen des Vereins gefragt, denn es galt bekanntlich, per Armbrust die erste Dreierwalder Blumenkönigin zu ermitteln. Mehr als zweihundert Frauen waren zum Sektempfang gekommen und machten damit diese erste Neuerung schon mal zu einem tollen Erfolg. Am Ende des spannenden Schießens stand dann mit Franziska Heeke die erste Blumenkönigin fest und das wurde natürlich euphorisch gefeiert. Ab 21 Uhr ging es dann mit der Börsenparty weiter, die ebenfalls zum ersten Mal Teil des Schützenfestes war. Mit über 1000 Gästen gab es am Ende einen Besucherrekord für den Mittwoch, und die erste Party wurde gefeiert, bis nachts um drei die Musik endete.
Sorgen um das Wetter
An Christi Himmelfahrt war dann die Regenradar-App die mit Abstand gefragteste App auf dem Festplatz. Wenn es an dem Donnerstag so etwas wie eine Wetterlotterie war, dann hat Dreierwalde auf jeden Fall den Jackpot gewonnen. Während es in den umliegenden Orten überall teils heftig schüttete, blieb es rund um den Festplatz den kompletten Tag über trocken. So wurde es auch bei recht kühlen Temperaturen nach dem Hochamt mit Kranzniederlegung und Frühschoppen, mittags wieder so richtig voll in der Dorfmitte. Nach dem Start mit dem Umzug ging man direkt zum Königsschießen über.
Zuerst waren die Altbürger an der Reihe. Als Hauptmann Stefan Roß mit dem 53. Schuss den Vogel von der Stange holte, war der Jubel riesig. Keinen Deut leiser war dann dieser Moment bei den Jungbürgern. Felix Haasken traf mit dem 56. Schuss sozusagen ins Schwarze und die große Clique des Jungbürgerkönigs sorgte von da an mit viel Gesang für ordentlich Stimmung. Komplettiert wurde die Reihe der Majestäten von dem Kinderkönigspaar, das in diesem Jahr aus Ida Winnemöller und Jan Kollenberg besteht. Das Ausrufen der Könige fand am Abend im proppenvollen Festzelt statt. Die Stimmung sollte da schon einen kleinen Vorgeschmack auf das geben, was die Gäste des Königsballs am Freitagabend erwarten durften.
300 Schützen auf der Straße
Bevor es soweit war, stand aber am Morgen des letzten Tages noch der obligatorische Frühschoppen im „Busch“ auf dem Programm. Mit 300 Schützenbrüdern zog sich der lange Tross morgens über die Hauptstraße bis hin zum Schießstand. Noch größer war dann die Beteiligung zum Antreten am Abend, als zunächst die Königsproklamation unter großem Jubel vorgenommen wurde. Der sich anschließende Umzug wurde kurzerhand abgekürzt, weil die Regenradar-App nun doch noch den ersten Schauer während des Programms vorhergesagt hat. Auch damit hatten die Organisatoren alles richtig gemacht, weil durch die Zeitersparnis auch der letzte Schützenbruder und der letzte Gast noch trockenen Fußes zum Königsball ins Festzelt gelangen konnte.
Von da an startete eine einzige riesengroße Party im Festzelt, das im neuen Format und mit neuer Anordnung die Feiernden und den Königstisch näher zusammenbrachte. Zur Musik von DJ Florian Deiters gab es kein Halten mehr und die Dreierwalder feierten sich, das Schützenfest und ihre Majestäten ausgelassen bis tief in die Nacht hinein.





