IVZ vom 26.06.2026 von Holger Luck
Kein Hitzefrei für Bürgerschützen
Festauftakt in der Innenstadt

Das noch amtierende Königspaar schritt auf dem Oberen Markt die Reihen der Bürgerschützen ab. Die Offiziere mussten ihre komplette Uniform tragen. | Foto: Holger Luck
Das Schützenfest der Bürgerschützen-Gesellschaft von 1546 hat in der Hitze auf dem Oberen Markt begonnen. Lockerungen bei der Kleidung und ein Oldtimer als Kutschen-Ersatz sorgten für angepasste Tradition und Erleichterung bei fast 40 Grad.
Hitzefrei gab es nicht für die Ibbenbürener Bürgerschützen, denn Tradition ist Tradition – da waren sich alle trotz der großen Hitze einig. Für die Lockerung der Kleiderordnung war dann aber doch mancher dankbar, der sich am Freitagnachmittag bei knapp 40 Grad Temperatur auf dem Oberen Markt in Ibbenbüren eingefunden hatte. Dort begann wie üblich das Schützenfest der Bürgerschützen-Gesellschaft von 1546 zu Ibbenbüren.
Den extrem und unüblich hohen Temperaturen wurde gleich in mehrfacher Hinsicht Rechnung getragen. So war die sonst übliche Pferdekutsche diesmal zum Wohl der Tiere nicht am Start. Würdiger Ersatz war ein schicker Oldtimer, in dem das noch amtierende Königspaar André Ahmann und Meike Herkenhoff ebenfalls eine gute Figur machte.
Auch die Bürgerschützen selbst boten ein stimmiges Bild, obwohl nur die Offiziere in voller Schützenuniform antreten mussten. Vorsitzender Sören Jung hatte im Vorfeld die Parole ausgegeben: „Es dürfen alle kommen, wie sie wollen.“ Die meisten taten das auch, sahen Hut und Stock aber doch als Minimum und verliehen der Veranstaltung so die angemessene Würde.
In seiner kurzen Ansprache übersprang Oberst Richard Wichmann das offensichtliche Thema Hitze und widmete sich stattdessen der viel diskutierten Künstlichen Intelligenz. Diese habe trotz aller praktischen Vorteile keine Seele und könne niemals die persönliche Begegnung und die Lebensfreude ersetzen, für die nicht zuletzt das Fest der Bürgerschützen seit vielen Jahren stehe.
Nachdem das noch amtierende Königspaar die Reihen der Bürgerschützen abgeschritten hatte, ging es zur Kranzniederlegung am Ehrenmal. Den kleinen Umzug dorthin führten wie gewohnt die Lustigen Musikanten Brögbern aus Lingen an. Der den Ibbenbürener Bürgerschützen seit vielen Jahren verbundene Musikverein begleitete auch die weiteren Programmpunkte des Schützenfestes.
Zum Abschluss des offiziellen Teils auf dem Oberen Markt befahl Major Carsten Gütt schließlich augenzwinkernd und im Fußball-WM-Jargon: „Abtreten zur Trinkpause.“ Diesem Befehl leisteten die Bürgerschützen nur allzu gern Folge. Anschließend zog die Schützengesellschaft weiter zur Gaststätte Ventana am Aasee, wo der neue Bürgerschützenkönig ausgeschossen wurde.





