IVZ vom 10.07.2026 von Ursula Holtgrewe
Nick Gusowski und vier Ehrenmänner regieren das Schützenvolk
Premiere in Wersen

Vorfreude aufs Schützenfest 2027 zeigen (v.l.) Oberst Thorsten Ahlemeyer, Fahnenträger Heinrich Winkelmann, Lucas Oelgemöller, Stefanie Schwegmann, Stefan Zitzmann, Kinderkönigin Fiona Zitzmann, König Nick Gusowski, Emil Zitzmann, David Weßels, Hanna Schwegmann, Fahnenträger Matteo Ahlemeyer und Jonas Gewohn. | Foto: Ursula Holtgrewe
Spannend machte es der Wersener Nick Gusowski beim Adlerrupfen am Schützenfestsonntag. Er brachte den Rumpf zu Fall und sorgte für ein Novum: Zum Hofstaat gehören vier Ehrenmänner..
Am Samstag feierte der Schützenverein Dütestrand Wersen von 1664 die Königsparty zu Ehren von Majestät Matthias Knevelkamp. Ihn feierte der Schützenverein Dütestrand Wersen von 1664 unter weiß-grünen Wimperketten am ersten Juliwochenende. Der Ausklang am Sonntag wurde wahrlich herrlich, denn Nick Gusowski holte den Rumpf herunter und wählte vier Ehrenmänner als Hofstaat. Doch der Reihe nach.
Ein Jahr lang mussten sich König Matthias Knevelkamp und seine Königin Larissa Lienemann gedulden, bis der Traditionsverein ihnen zu Ehren am Samstag die Königsparty mit der Band Horch ausrichtete. Da hatte auch die Geheimniskrämerei ein Ende. Präsidentin Stefanie Schwegmann und Anna-Lena Windmöller rockten bei der Party das Zelt: lila-weiße und bewegende Momente erlebte der König mit einem auf ihn gedichteten Text zur Melodie der VfL-Osnabrück-Vereinshymne. „Das war schon eine tolle Überraschung“, sagte der langjährige Ostkurven-Dauerkartenbesitzer versonnen.
Gut gelaunt schlossen sich dem fröhlichen Fest Gastvereine, Besucher und Hofstaat an: die Adjutanten Harm und Stefanie Schwegmann sowie die Ehrendamen Maren Brinkmann, Nina Schnarre und Rita Schwegmann. Voll wurde das Zelt auch wegen der Liveband, der Spontanbesucher folgten.
Beim Kinderschützenfest am Samstagnachmittag endete auch die Amtszeit von Kinderkönig Matteo Ahlemeyer und Königin Mathilda Windmöller sowie vom Ehrenpaar Hendrik und Johanna Schnarre. Zu den kreativen Angeboten, die Aileen Weßels und ihr Team betreuten, gehörte auch das von Schießwarten beaufsichtigte Adlerrupfen mit dem Infrarotgewehr. Präsidentin Stefanie Schwegmann proklamierte, assistiert von den Schießwarten Otmar und Larissa Lienemann, als Kinderkönigin Fiona Zitzmann, die mit Janne Gabriel an ihrer Seite sowie den Adjutanten Emil Zitzmann und Hanna Schwegmann den Nachwuchs regiert. Ihnen zu Ehren führte Oberst Thorsten Ahlemeyer einen kurzen Umzug durch den Ort an.
Tags drauf wurde es beim Adlerrupfen der Erwachsenen spannend bei der Suche nach dem Wersener Thronfolger von Knevelkamp. Die erste längere Zwangspause verkürzten die Schützendamen im Regen tanzend mit laut gewedelter und gesungener „gute Laune überall“. Geraume Zeit später holte Nick Gusowski den Rumpf herunter.
„Ich habe schon seit einigen Jahren König werden wollen, aber anderen dann den Vortritt gelassen“, sagte er, den Rumpf als Trophäe in der Hand. Dass er König sei, werde er wohl erst realisieren, wenn der Adrenalinpegel gesunken sei, räumt Gusowski ein. Das familiäre Vereinsleben schätzt er und pflegt er seit 16 Jahren. Da trat er in den Schützenverein ein, weil seine Mutter Andrea Gusowski die überhaupt erste Königin im Verein war. Gusowski begleiten als Ehrenmänner Jonas Gewohn, Stefan Zitzmann, David Weßels und Lucas Oelgemöller.
Wieso gibt es diesmal einen Hofstaat mit Ehrenmännern? „Wieso nicht?“, lautete die Gegenfrage. Auch Traditionsschützen könnten mal neue Wege gehen, bekräftigte Gusowski. Auch waren diejenigen, die er hätte fragen wollen, im letzten Hofstaat. Man müsse auch die jeweiligen privaten Situationen berücksichtigen, betonte der König. Bis zum eigenen Schützenfest muss das Quintett nun ein Jahr warten. Gelegenheiten zum Probefeiern gibt es bei den anderen Lotter Vereinen, etwa am kommenden Wochenende bei den Osterberger Schützen.
Am 4. September gibt es eine weitere Besonderheit im Lotter Schützenwesen: Alle amtierenden Könige suchen den 49. Gemeindekönig und zugleich den Nachfolger von Matthias Knevelkamp. Der trägt nämlich bis dahin noch die Kette des Gemeindekönigs.



