Heimatschützenbund 

HSB klein

Tecklenburger Land e.V.

IVZ vom 17.07.2023 von Claus Kossag

 

Mahnmal am neuen Standort eingesegnet

Gedenken der Mauritius-Schützen

 

Pfarrer Stefan Dördelmann segnete das Mahnmal an seinem neuen Standort vor dem Haus St. Hedwig in Püsselbüren ein. Rechts Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, daneben Oliver Otte, Vorsitzender der St. Mauritius Schützenbruderschaft. | Foto: Heinrich Weßling

 

Pfarrer Stefan Dördelmann segnete das Mahnmal an seinem neuen Standort vor dem Haus St. Hedwig in Püsselbüren ein. Rechts Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, daneben Oliver Otte, Vorsitzender der St. Mauritius Schützenbruderschaft.

Es war ein ganz besonderer Moment im großen Schützenfest-Geschehen am Montagmorgen in Püsselbüren: Am Standort des neuen Mahnmals vor dem Haus St. Hedwig gedachten etwa 300 Mitglieder der St. Mauritius Schützenbruderschaft zusammen mit zahlreichen Bewohnern des Hauses St. Hedwig der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror. Die Gedenkfeier endete mit der Einsegnung des Sandstein-Mahnmals durch Pfarrer Stefan Dördelmann.

Nach Messe in der Herz-Jesu-Kirche marschierten die Schützen zum neu aufgebauten Mahnmal an der Straße Am Hedwigsheim, wo schon zahlreiche Seniorinnen und Senioren warteten. Oliver Otte, Vorsitzender der St. Mauritius Schützenbruderschaft, freute sich über die große Resonanz. Das Gedenken erstmals am neuen Standort sei ein würdiger Anlass für die Einsegnung des Mahnmals, in dessen Sandstein viele Püsselbürener und Dickenberger Namen verewigt sind. Otte: „Dieser neue Platz bietet nun die Ruhe und das Ambiente des aktiven Gedenkens aller Opfer von Gewalt, Hass und Krieg.“ Der Vorsitzende weiter: „Es ist ein schöner Brauch, im lauten und fröhlichen Geschehen des Schützenfestes innezuhalten und derer zu gedenken, die ihr Leben in den letzten beiden Weltkriegen verloren haben, stellvertretend für die vielen Frauen, Männer und Kinder aus unserem Land, den anderen Teilen Europas und in dieser Welt, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror geworden sind.“ Dabei sei die aktuelle politische Lage durch den Ukrainekrieg unsicherer denn je geworden.

Oliver Otte erinnerte auch an die Diskussionen, die dem Standortwechsel des Mahnmals vorausgegangen waren - nicht immer im Konsens. Er verwies darauf, wie wertvoll es sei, dass solche Diskussionen und Entscheidungen offen geführt werden könnten. Das sei vielerorts in der Welt schon lange nicht mehr der Fall. Otte erklärte, die Schützenbrüder hätten die Möglichkeit, etwas für den Frieden, die Gerechtigkeit und den Erhalt der menschlichen Werte zu tun. „Wir Schützen definieren uns seit Jahrhunderten über den Gemeinsinn, die Solidarität, die Fairness sowie über gemeinschaftliche Werte: Glaube, Sitte und Heimat. Bei der Betrachtung dieser Werte haben Hass, Gewalt und Zwietracht keine Chance.“ Und in diesen Zeiten müssten Schützen Vorbilder sein.

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer betonte, wie wichtig Gedenken und Mahnen angesichts der sinnlosen blutigen Konflikte sei, die fassungslos machten. Dabei gehe dem Mahnen und Gedenken immer das Erinnern voraus. Und so gelte auch an diesem neuen Standortort in Püsselbüren „stehenbleiben, lesen, mahnen, gedenken“. Der Bürgermeister erklärte, Ibbenbüren nehme hier und an anderen Stellen „die Erinnerungskultur sehr ernst“, um Beiträge gegen das Vergessen zu leisten. Dabei brauche es weiterhin mutige Bürger, die sich zur Demokratie bekennen und denen menschliches Leid nicht gleichgültig sei.

Pfarrer Stefan Dördelmann verwies darauf, dass viele ältere Teilnehmer der Gedenkstunde aus eigener Erfahrung noch wüssten, wie lange Kriegsfolgen nachwirken. Gott habe den Menschen die Welt nicht anvertraut, damit sie diese zerstören. Dann segnete Dördelmann das Mahnmal ein.

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