IVZ vom 05.06.2026 von Stephan Beermann
Jubiläumskönig ist auch Markenkönig
Ekstase beim BSV Knobben-Poggenort

Riesiger Jubel bei den Schützen des Knobben-Poggenort, die in ihrem Jubiläumsjahr mit Uwe Runde (Mitte, mit Schützenkette) den Hörsteler Markenkönig stellen. | Foto: Stephan Beermann
Ekstase auf dem Schießstand, Wetterkapriolen und ein überraschender Höhepunkt: Das Hörsteler Markenschützenfest verlief alles andere als gewöhnlich.
Wer bis dahin nicht wusste, was ekstatische Freude ist, der konnte sie Freitag am frühen Nachmittag auf dem Schießstand des BSV Gravenhorst erleben. In geradezu berauschender Glückseligkeit lagen sich die Schützen des BSV Knobben-Poggenort in den Armen, hüpften und tanzten im großen Kreis und riefen unentwegt „Uwe! Uwe!“ Mittendrin in diesem Hexenkessel des Hochgefühls: Uwe Runde, der neue Markenschützenkönig von Hörstel, der an diesem Tag alles richtig gemacht hat.
Alles andere als perfekt gelaufen ist hingegen die Inthronisierung des neuen Markenkönigs. Selten verlief sie derart turbulent. Schuld daran war nicht der BSV Gravenhorst. Der richtete zum dritten Mal in Folge die Feierlichkeit aus, weil er dreimal hintereinander den Markenkönig beziehungsweise die Markenkönigin stellte. Er hat also durchaus Routine in der Ausrichtung.
Aber gegen die Wetterkapriolen waren auch die Gastgeber machtlos. Exakt in dem Moment, als Oberst Robert Heeke die Schießergebnisse im Beisein von Bürgermeister David Ostholthoff bekanntgab, öffneten sich die Himmelsschleusen und es goss wie aus Kübeln auf die versammelte Schützengemeinschaft nieder, die sich auf Geheiß von Hauptmann Friedrich Kaßling zuvor vor dem Podium versammelt hatte. Im nächsten Augenblick suchten alle nur noch das nächste Zelt auf und ließen König König sein. Nur die Knobben-Poggenorter waren nicht mehr zu halten. Ihre Begeisterung ließ sich durch nichts mehr trüben, denn der neue Markenkönig kommt aus ihren Reihen.
Wie gewohnt hatte für die sechs Schützenvereine das Fest schon in der Früh begonnen mit Gottesdienst, Märschen, Antreten und natürlich dem Ausschießen der jeweiligen Vereinskönige. Der BSV Ostenwalde feierte am Vormittag seinen neuen König Dr. Manfred Kajüter mit Marion Kajüter. Beim BSV Schultenort regiert Schriftführer Christian Hölting mit Anna-Lena Hölting. Der BSV Hörstel-Dorf freut sich, mit Anja Hagemann die diesmal einzige Königin stellen zu dürfen; sie wählte Stefan Hagemann zum Mitregenten. Beim BSV Harkenberg-Elseck ging Torben Fislage wie schon im vergangenen Jahr ins Stechen, und diesmal sollte es für ihn klappen; seine Mitregentin ist Julia Flüthmann. Die Nase vorn hatte beim BSV Gravenhorst Maik Büscher, der schon vor 25 Jahren Regent in Gravenhorst war; zu seiner Königin wählte er Tanja Hoffmann.

Die Hörsteler Schützenkönige und ihr Markenkönig (v.l.): Anja Hagemann (Hörstel-Dorf), Maik Büscher (Gravenhorst), Markenkönig Uwe Runde (Knobben-Poggenort), Christian Hölting (Schultenort), Dr. Manfred Kajüter (Ostenwalde) und Thorben Fislage (Harkenberg-Elseck). | Foto: Stephan Beermann
Der BSV Knobben-Poggenort feiert im Juli 75-jähriges Bestehen. Dass der Verein in diesem Jahr auch den Markenkönig stellt, passt ins Regiebuch. Uwe Runde errang den Markenkönigsthron mit zwei perfekten Schüssen mitten ins Ziel: 20 Ringe, besser ging es nicht, wie Markenschießwart Karl-Josef Plagemann lobend erwähnt. Er war es übrigens, der als einziger bis zum letzten Moment wusste, wer die historische Markenkönigskette „Papgoi to Horstell“ in der Nachfolge von Jens Schrameyer tragen darf. Wie immer blieb der Zugang zum Schießstand für rund eineinhalb Stunden fest verschlossen, während sich die Schützengemeinschaft draußen die Zeit mit Gesprächen bei kühlen Getränken vertrieb.
Die Ergebnisse der weiteren Rangfolge: Es folgten der König von Harkenberg (19 Ringe), Schultenort (18), Hörstel-Dorf (17) sowie Ostenwalde und Gravenhorst (jeweils 16). Bei den Wetterkapriolen und dem darauffolgenden Tumult sind diese Ergebnisse etwas untergegangen. Fast vergessen wurde dann noch das Abschreiten der Schützenfront, das zur festen Tradition gehört. Glücklicherweise konnte dieser Akt nach dem Regenguss und nach dem Tausch der Markenkönigskette nachgeholt werden.
Es spricht für die Hörsteler Schützengemeinschaft, dass sich trotz der unsicheren Wetterlage wieder Hunderte Mitglieder am Schützenfesttag beteiligten, traditionell am Freitag nach Fronleichnam. Mit Festumzügen und Festbällen sollte es weitergehen: Am Freitagabend in den Vereinen Schultenort, Harkenberg-Elseck und Knobben-Poggenort, am Samstagabend in den Vereinen Hörstel-Dorf, Ostenwalde und Gravenhorst.




